Urlaubsanspruch berechnen – Urlaubsrechner 2026 für Deutschland

Mai geht zu Ende, die Sommerferienplanung beginnt – und genau jetzt fragen sich Millionen Arbeitnehmer in Deutschland: Wie viel Urlaub steht mir eigentlich zu? Die Antwort hängt von Beschäftigungsart, Eintrittsdatum, Tarifvertrag und besonderen Situationen wie Kündigung oder Elternzeit ab. Dieser Artikel erklärt die Grundregeln zum Urlaubsanspruch berechnen 2026, zeigt, wie sich Resturlaub berechnen korrekt funktioniert, und wann der Urlaub bei Kündigung berechnen wichtig wird.

Urlaubsanspruch direkt berechnen – kostenloser Rechner

Vollzeit, Teilzeit, Minijob oder Kündigung: Geben Sie einfach Ihre Arbeitstage pro Woche, Eintrittsdatum und eventuelle Sonderregelungen ein – der Rechner ermittelt Ihren gesetzlichen und anteiligen Urlaubsanspruch sofort.

Urlaubsrechner 2026 öffnen

Gesetzlicher Urlaubsanspruch in Deutschland 2026

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) garantiert jedem Arbeitnehmer mindestens 24 Werktage Urlaub pro Jahr – gerechnet auf eine Sechs-Tage-Woche. Bei der heute üblichen Fünf-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen Mindesturlaub. Dieser gesetzliche Mindestanspruch ist der Boden: Tarifverträge und Arbeitsverträge können darüber hinausgehen, aber nicht darunter.

In der Praxis liegt der tarifliche Urlaubsanspruch 2026 bei vielen Branchen zwischen 25 und 30 Tagen. Die Deutsche Post etwa hat 2026 den Urlaubsanspruch um bis zu zwei Tage erhöht – ein bundesweiter Trend, der durch die jüngsten Tarifabschlüsse befördert wird. Wer keinen Tarifvertrag hat, erhält mindestens die gesetzlichen 20 Tage.

Urlaubsanspruch berechnen: Vollzeit vs. Teilzeit

Bei einer Vollzeitstelle mit fünf Arbeitstagen pro Woche sind 20 Tage die klare Referenz. Für Teilzeitkräfte gilt die anteilige Berechnung:

Arbeitstage/Woche Anteiliger Urlaubsanspruch (gesetzlich) Entspricht (bei 30 Tagen tarif.)
5 Tage (Vollzeit)20 Tage30 Tage
4 Tage16 Tage24 Tage
3 Tage12 Tage18 Tage
2 Tage8 Tage12 Tage
Minijob (unregelmäßig)Anteilig nach tatsächlichen Arbeitstagen

Formel: Urlaubstage = (Arbeitstage/Woche ÷ 5) × 20. Bei Tarifurlaub ersetzen Sie 20 durch den vereinbarten Jahresurlaubsanspruch.

Resturlaub berechnen – was verfällt wann?

Ein häufiges Missverständnis: Resturlaub verfällt am 31. Dezember automatisch. Das stimmt nur teilweise. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in seiner Rechtsprechung klargestellt, dass Urlaub nicht automatisch zum Jahresende verfällt, wenn der Arbeitgeber seiner Hinweispflicht nicht nachgekommen ist. Konkret: Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer rechtzeitig und ausdrücklich auffordern, den Urlaub zu nehmen, und darauf hinweisen, dass nicht genommener Urlaub verfällt.

Hat der Arbeitgeber diese Pflicht verletzt, kann Resturlaub bis zu drei Jahre lang angesammelt werden (Verjährungsfrist). Für die Standardsituation gilt:

  • Grundregel: Resturlaub muss bis 31. März des Folgejahres genommen werden
  • Ausnahme Krankheit: Wer krank war und deshalb keinen Urlaub nehmen konnte, behält diesen bis 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres
  • Elternzeit: Urlaubsanspruch wird für die Dauer der Elternzeit anteilig gekürzt (1/12 pro vollem Kalendermonat Elternzeit)

Praxistipp: Wer genau wissen will, an wie vielen Arbeitstagen er bis zum 31. März noch Urlaub einplanen kann, nutzt den Arbeitstage-Rechner – er berücksichtigt Feiertage je Bundesland und liefert die tatsächlichen Werktage in einem Zeitraum.

Urlaub bei Kündigung berechnen

Bei einer Kündigung – egal ob durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – entsteht oft Unsicherheit über den noch zustehenden Urlaub. Die Grundregel: Der Urlaubsanspruch wird anteilig für die Monate der Beschäftigung im laufenden Jahr berechnet. Formel: Jahresurlaub ÷ 12 × gearbeitete Monate (aufgerundet).

Besonderheit in der ersten Jahreshälfte: Wer vor dem 1. Juli ausscheidet, erhält nur den anteiligen Urlaub. Ab dem 1. Juli steht der volle Jahresurlaub zu – auch wenn das Arbeitsverhältnis zum Beispiel am 31. Oktober endet. Nicht genommener Resturlaub muss entweder noch genommen oder bei Unmöglichkeit (Freistellung zu kurz, Beschäftigungsende zu schnell) ausgezahlt werden.

Die Auszahlung erfolgt auf Basis des durchschnittlichen Tagesverdiensts der letzten 13 Wochen vor Kündigung. Den genauen Tagesverdienst und das monatliche Nettogehalt ermitteln Sie schnell mit dem Brutto-Netto-Rechner – damit lässt sich die zu erwartende Urlaubsabgeltung präzise abschätzen.

Häufige Fragen zum Urlaubsrechner 2026

Gilt der gesetzliche Mindestanspruch auch für Minijobber?

Ja. Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf bezahlten Urlaub. Der Anspruch richtet sich nach der Anzahl der regelmäßigen Arbeitstage pro Woche und wird anteilig errechnet. Wer an zwei Tagen pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf mindestens acht Urlaubstage im Jahr.

Kann der Arbeitgeber Urlaubstermine einfach ablehnen?

Nein – aber er kann Urlaub aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen oder in seltenen Fällen bereits genehmigten Urlaub widerrufen. In der Praxis hat der Arbeitnehmer ein erhebliches Selbstbestimmungsrecht bei der Urlaubswahl; der Arbeitgeber trägt die Beweislast für dringende Gründe.

Wird Urlaub während Krankheit verbraucht?

Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs und weist dies ärztlich nach, gelten diese Tage nicht als Urlaub verbraucht – sie werden auf einen späteren Zeitraum übertragen. Dieser Grundsatz gilt seit dem BAG-Urteil von 2012 und ist seither gefestigte Rechtsprechung.


Für die Planung des Sommerurlaubs lohnt es sich, Urlaubsanspruch und Arbeitstage zusammen zu betrachten: Der Urlaubsanspruch-Rechner zeigt, wie viele Urlaubstage noch übrig sind – der Arbeitstage-Rechner verrät, wie viele tatsächliche Werktage (abzüglich Feiertage) im gewünschten Urlaubszeitraum liegen.