Für Millionen Arbeitnehmer in Deutschland ist die Pendlerpauschale – offiziell Entfernungspauschale – der größte einzelne Werbungskostenposten in der Steuererklärung. Wer täglich zur Arbeit pendelt, überschreitet den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € oft allein durch die Fahrkosten – und holt sich so bares Geld vom Finanzamt zurück. Mit der Steuerfrist am 31. Juli 2026 bleibt noch wenig Zeit.
⏰ Frist-Erinnerung: Steuererklärung 2025 ohne Steuerberater – Abgabe bis 31. Juli 2026. Mit Steuerberater verlängert sich die Frist bis 28. Februar 2027.
Was ist die Pendlerpauschale (Entfernungspauschale)?
Die Pendlerpauschale ist ein pauschaler Steuerabzug für den täglichen Arbeitsweg. Das Finanzamt erkennt die Kosten unabhängig davon an, wie Sie tatsächlich zur Arbeit gelangen – ob mit dem Auto, öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad oder zu Fuß. Entscheidend ist nur die kürzeste Straßenverbindung (einfache Strecke) zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
Die Pauschale für 2025 beträgt:
- 0,30 € pro Kilometer für die ersten 20 Kilometer
- 0,38 € pro Kilometer ab dem 21. Kilometer (erhöhte Pauschale seit 2022)
Anders als bei tatsächlichen Kosten brauchen Sie keine Belege – die Pauschale wird ohne Nachweise gewährt. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die tatsächlichen Jahreskosten die errechnete Pauschale überschreiten, kann stattdessen die echten Kosten ansetzen.
Pendlerpauschale 2025 berechnen – Formel & Beispiele
Die Berechnung folgt einer einfachen Formel:
Entfernungspauschale = Arbeitstage × einfache Strecke (km) × Pauschale je km
Bei Strecken über 20 km gilt die Staffelung:
- Erste 20 km × 0,30 € = 6,00 € pro Arbeitstag
- Restliche km × 0,38 € = variabler Anteil je Tag
| Einfache Strecke | 220 Arbeitstage | Jahreswert |
|---|---|---|
| 15 km | 220 × 15 × 0,30 € | 990 € |
| 20 km | 220 × 20 × 0,30 € | 1.320 € |
| 30 km | 220 × (20 × 0,30 + 10 × 0,38) € | 2.156 € |
| 50 km | 220 × (20 × 0,30 + 30 × 0,38) € | 3.828 € |
Der gesetzliche Höchstbetrag liegt bei 4.500 € pro Jahr. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendelt und die tatsächlichen Kosten (z. B. Jahresticket) diesen Betrag übersteigen, kann die echten Kosten unbegrenzt ansetzen.
Berechnen Sie Ihr Nettogehalt 2026 und ermitteln Sie, wie viel Spielraum eine Pendlerpauschale über dem Pauschbetrag für Sie bedeutet.
Zum Brutto-Netto-RechnerLohnt sich die Steuererklärung – ab welcher Entfernung?
Das Finanzamt gewährt automatisch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € pro Jahr, ohne dass Sie eine Steuererklärung einreichen müssen. Erst wenn Ihre Werbungskosten diese Grenze überschreiten, lohnt sich die Erklärung.
Für die Pendlerpauschale allein bedeutet das:
- Ab ca. 19 km einfacher Weg bei 220 Arbeitstagen übersteigen die Fahrkosten den Pauschbetrag (ca. 1.254 €).
- Schon bei 25 km und 220 Tagen ergibt sich eine Entfernungspauschale von rund 1.672 € – also 442 € über dem Pauschbetrag.
- Bei einem Grenzsteuersatz von 30 % wären das ca. 133 € Steuererstattung allein durch die Pendlerpauschale.
Wer zusätzlich Homeoffice-Tage, Arbeitsmittel oder Fortbildungskosten absetzen kann, überschreitet die 1.230-Euro-Grenze oft noch deutlicher.
Pendlerpauschale + Homeoffice kombinieren
Seit 2023 können Arbeitnehmer die Homeoffice-Pauschale (6 € pro Tag, max. 1.260 € im Jahr) dauerhaft nutzen. Wichtig: Für jeden einzelnen Tag darf nur eine der beiden Pauschalen angesetzt werden – entweder Pendlerpauschale oder Homeoffice-Pauschale, nicht beides.
Die optimale Strategie: Tragen Sie ins Fahrtenbuch ein, an welchen Tagen Sie tatsächlich ins Büro gefahren sind (→ Pendlerpauschale) und an welchen Sie zuhause gearbeitet haben (→ Homeoffice-Pauschale). Das Finanzamt prüft stichprobenartig – eine einfache Kalender-Liste reicht als Nachweis.
Pendlerpauschale ist nur einer von fünf wichtigen Werbungskosten-Posten. Unser Überblicksartikel zeigt, wie Sie Homeoffice, Arbeitsmittel, Fortbildungen und Gewerkschaftsbeiträge korrekt berechnen.
Zum Werbungskosten-ÜberblickPendlerpauschale in ELSTER eintragen
In der Einkommensteuererklärung (Anlage N) finden Sie die Felder für die Entfernungspauschale unter den Zeilen 31–40. Dort tragen Sie ein:
- Zeile 31: Anzahl der Arbeitstage (nicht Homeoffice-Tage)
- Zeile 32: Einfache Entfernung in km (kürzeste Straßenverbindung)
- Zeile 33/34: Gegebenenfalls Jahresticket-Kosten für öffentliche Verkehrsmittel
ELSTER berechnet den Abzugsbetrag automatisch und vergleicht Pauschale vs. tatsächliche Kosten – Sie müssen nur die Rohdaten eingeben.
Fazit: Pendlerpauschale 2025 gezielt nutzen
Die Entfernungspauschale ist der direkteste Weg, um als Pendler Steuern zu sparen. Ab einem Arbeitsweg von rund 19 km übersteigen die Fahrkosten den Pauschbetrag – und jeder weitere Kilometer bringt bares Geld zurück. Kombiniert mit Homeoffice-Pauschale und weiteren Werbungskosten lässt sich der Erstattungsbetrag deutlich steigern. Berechnen Sie Ihren persönlichen Steuervorteil mit dem Brutto-Netto-Rechner und reichen Sie Ihre Steuererklärung 2025 rechtzeitig bis zum 31. Juli 2026 ein.
Häufige Fragen zur Pendlerpauschale 2025
Ja. Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig – sie gilt für Auto, Bus, Bahn, Fahrrad und selbst für den Fußweg. Entscheidend ist ausschließlich die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
Maßgeblich ist immer die Wohnung, von der aus Sie tatsächlich zur Arbeit fahren. Wer unter der Woche in einer Zweitwohnung näher am Arbeitsort wohnt, setzt die Entfernung von dieser Wohnung an – kann aber zusätzlich doppelte Haushaltsführung geltend machen.
Ja, aber nur für die tatsächlichen Arbeitstage im Büro. Bei 3 Tagen pro Woche (ca. 130 Tage/Jahr) fällt die Jahrespauschale entsprechend niedriger aus. Homeoffice-Tage werden separat mit 6 € pro Tag berücksichtigt.